Die MieterInnenversammlung in Ravensberg/Kiel Nord

1. MieterInnenversammlung Ravensberg/Kiel Nord

 

Am 03.09.2019 fand in der Osterkirche die 1. MieterInnenversammlung Ravensberg/Kiel Nord statt. Das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum hatte in Zusammenarbeit mit Vonovia-Mietern dazu eingeladen. Es kamen ca. 50 Interessierte.

Nach einer kurzen Vorstellung des Bündnisses für bezahlbaren Wohnraum und einem Überblick über Organisation und Geschäftsgebahren der Vonovia berichtete der Initiator, dass sich spontan am 07.07.19 ca. 30 MieterInnen zusammengefunden haben, die sich über ihre Erfahrungen mit der Vonovia austauschten. Damals wurde beschlossen, sich zusammen zu schließen, um gemeinsam gegen die Vonovia vorzugehen.

Thema waren zunächst überhöhte Nebenkostenabrechnungen, z.B. bei Winterdienst Steigerungen um 285 % bzw. 326 %, bei Hausmeistertätigkeit 21 %, bei Gartenpflegekosten 57 % bzw. 68 %. Zum Teil übersteigen die Nebenkosten die Kaltmiete.

Aus dem Publikum kamen u.a. folgende Beschwerden:

– Die Vonovia berechnet Sperrmüllgebühren, obwohl Sperrmüll vom ABK kostenlos abgeholt wird.

– Vonovia berechnet Kosten für Entrümpelung von Dachböden und Kellern.

– Vonovia behauptet, es gäbe eine gesetzliche Verpflichtung, die Vorauszahlungen zu erhöhen; das ist falsch.

– Heizkosten können nicht nachvollzogen werden, da die Ablesung über Fernablesung stattfindet. Ista ist mit Vonovia verbandelt, die Chefs wechselten von einer Firma zur anderen.

– Wasseruhren sind nicht vorhanden, monatelang ausgebaut, ohne dass neue eingebaut werden, nicht geeicht, die Beträge werden geschätzt.

– Zum Teil werden trotz Guthaben höhere Vorauszahlungen verlangt.

– Instandhaltung, Reparaturen werden nicht oder schleppend vorgenommen, Fallrohre sind verstopft, Regenwasser läuft über, Treppenhäuser werden nicht instand gehalten, Fenster müssen erst rausfallen, bevor sich etwas tut.

– Geländer zum Keller werden erneuert, ohne Ankündigung der Arbeiten werden dort angeschlossene Fahrräder entfernt, indem die Schlösser einfach geknackt werden.

– Die Behandlung am Service-Telefon ist – wenn man überhaupt durchkommt – zum Teil unangemessen und unverschämt.

– Vonovia beschäftigt nicht Fachleute, sondern billige Arbeitskräfte, auch Illegale, zahlt nicht den Mindestlohn.

Es wurde geraten, die Abrechnungen immer kritisch zu betrachten, da nahezu alle falsch sind, immer zu Ungunsten der MieterInnen. Man sollte in jedem Fall, erst einmal Widerspruch gegen die Abrechnung einlegen und – innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt der Abrechnung – Einsicht in die Belege (nicht: Übersendung der Belege, das löst Kosten aus) fordern. Solange die Abrechnungen nicht nachvollziehbar und korrekt belegt sind, sollte man weder die Nachzahlung noch die höheren Vorauszahlungen überweisen. Einzugsermächtigungen sollten widerrufen und stattdessen Daueraufträge mit den bisherigen Beträgen eingerichtet werden. Eine Kündigung des Mietverhältnisses wegen nicht bezahlter, strittiger Nebenkosten ist nicht zulässig, dennoch droht die Vonovia das bisweilen an.

Wichtig ist, die Nerven zu behalten und sich mit anderen MieterInnen auszutauschen und zusammen zu schließen.

Was tun?

Man kann zur Mieterberatung im Li(e)berAnders in Gaarden oder in der Hansastr. 48 gehen, die genauen Termine sind über mieter-netzwerk.de zu erfahren (siehe rechts unter “Termine”).

Man kann zum Mieterverein gehen.

Man kann sich anwaltliche Unterstützung holen.

Es wurde beschlossen, weitere MieterInnentreffen zu organisieren, das nächste im Oktober.

Die Betroffenen vor Ort organisieren das, das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum unterstützt, soweit erforderlich.

(Von Charlotte Spieler)

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