Veranstaltung: Die Tricks von Vonovia & Co. bei Modernisierungen und Nebenkostenabrechnungen

Das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum lädt Mieter:innen und Interessierte ein:
Wie Vonovia Gewinne macht, Deutsche Wohnen dazukauft, sich Sahnegrundstücke sichert und dabei noch Grunderwerbssteuer spart, das kann man nicht nur in Berlin erleben.

Vortrag und Diskussion // 08.07.2021 // 18:00 Uhr
Bürgertreff in der Räucherei Kiel-Gaarden, Preetzer Straße
oder im Stream unter www.bezahlbar-wohnen.org

Referent: Daniel Zimmermann
Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Deutschen Mieterbund (DMB) Nordrhein-Westfalen.

Wer sich eine Immobilie kauft, der möchte, dass sie was „abwirft“ – wer darin wohnt, möchte die Sicherheit, dass er/sie diese Wohnung immer bezahlen kann, ohne zu verhungern oder zu verelenden. Ein Staat, eine Stadt, die dies bei steigenden Obdachlosenzahlen zulässt, handelt nicht für die Mehrheit seiner Bürger:innen, sondern für eine kleine Minderheit, die ein Interesse daran hat, dass dieses Gut knapp bleibt, um das Mietpreisniveau hoch zu halten. Er garantiert damit die Profite für die Aktionäre und Anleger.

Wir haben Daniel Zimmermann eingeladen, der sich schwerpunktmäßig mit großen Wohnungsunternehmen befasst und das Geschäftsmodell von Vonovia & Co erläutern und Ihre Fragen zu den Geschäftspraktiken im Umgang mit den Mieterinnen beantworten kann.

Der DGB fragt zu Recht: Wie soll denn ein Gemeinwesen in unserer Stadt funktionieren, wenn Durchschnittsverdienerinnen wie Handwerkerin, Pflegekraft, Polizistin, Einsatzkräfte der Feuerwehr, Busfahrerin und Beschäftigte der Müllabfuhr es sich nicht mehr leisten können, dort zu wohnen, wo ihre Arbeitsstelle liegt?

Ein Grundrecht auf bezahlbaren Wohnraum würde das Problem nicht sofort lösen, wäre jedoch die Grundlage für weitere Gesetze, die Mieter:innen absichern und sie vor Verdrängung und Obdachlosigkeit schützen.
Was erleben wir in Kiel?
Die Versäumnisse liegen weit zurück. Der Bestand an kommunalen Wohnraum wurde 1999 verscherbelt (11.000 Wohnungen für 250 Millionen DM). Seitdem sind weitere Wohnungen aus der Sozialbindung gefallen, d.h. die Miete steigt und damit die Angst der Mieter:innen, ihre Wohnung zu verlieren, weil sie als Immobilienprojekt verkauft wird und damit Gewinn abwerfen muss. Vonovia besitzt in Kiel mittlerweile 15.000 Wohnungen. Mindestens so viele Wohnungen müsste die neue KiWog haben, um Einfluss auf das Mietpreisniveau zu haben (DGB Kiel). Heute gehören ein Großteil der ehemaligen Sozialwohnungen oder Werkswohnungen fast komplett zum Portfolio der Vonovia, die mit einem ausgefeilten und komplexen Geschäftsmodell die Mieter:innen über den Tisch zieht.

Unser Referent Daniel Zimmermann arbeitet seit 6 Jahren beim Deutschen Mieterbund, wo er u.a. die „Koordinationsstelle große Wohnungsunternehmen“ innehat. Dort befasst er sich schon seit längerem intensiver mit Vonovia und anderen großen Wohnungskonzernen. Auch aus früherer Tätigkeit am Landtag in NRW, in der Enquetekommission „Wohnungswirtschaftlicher Wandel und neue Finanzinvestoren auf den Wohnungsmärkten in NRW“ ist ihm dieser Themenbereich bekannt. Der Deutsche Mieterbund ist die Dachorganisation von ca. 320 Mietervereinen in Deutschland. Der Kieler Mieterverein ist ebenfalls Mitglied im DMB.

Die Veranstaltung findet selbstverständlich unter Einhaltung der aktuell gültigen Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus SARS-CoV-2 statt. Möglicherweise verlegen wir die Veranstaltung (teilweise) nach draußen.

Vortrag und Diskussion // 08.07.2021 // 18:00 Uhr
Bürgertreff in der Räucherei Kiel-Gaarden, Preetzer Straße
oder im Stream unter www.bezahlbar-wohnen.org

Den Flyer zur Veranstaltung als PDF findet ihr hier zum Download:
Flyer_A4_wohnraumbuendnis_vonovia_und_co.pdf

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